Casa Udel

Welcome to the Huhniverse

Besser kalt als heiß

| Keine Kommentare

Ich bin bekennende Teetrinkerin. Vor allem grüne und Kräutertees in allen Varianten liebe ich. Schwarztee trinke ich eher selten, wobei ich gar nicht genau sagen kann, woran das liegt. Roibusch und Co sind auch nicht so mein Ding, dafür stehe ich total auf Mate – und zwar nicht diese eklig süße Hipsterbrühe mit Kohlensäure. Kaffee rangiert in meiner Liste ziemlich weit hinten, dann druckgebrüht und mit viel heißer Milch. Nur in einer Form stehe ich total drauf, weil Kaffee dann nämlich so schmeckt, wie das Kaffeepulver riecht: Als Cold Brew.In meinem Teetrinkerhaushalt gibt es zwar für Gäste eine Pad-Maschine aber für größere Exzesse werden ganz oldschool Filter und Kanne bemüht. Wenn ich morgens dem Liebsten Kaffee koche, denke ich jedes Mal das ist ein Schwallbrühverfahren. Warum auch immer sich dieses Wort so hartnäckig in meinem Kopf hält…

Dabei wird mit heißem Wasser das relativ fein gemahlene Kaffeepulver durch einen Filter, meist aus Papier, übergossen. Dabei werden Aromastoffe, Koffein sowie Gerb- und Bitterstoffe ausgelöst. Kaffee enthält etwa 10% Fett (Kaffeeöle), die jedoch fast komplett im Filter hängen bleiben. Es gibt eine komplette Philosophie um’s Kaffee kochen über Zubereitung, Herkunft, Sorte, Mahlgrad und was weiß ich noch alles.

Ich stehe auf Cold Brew… als den Kaltauszug. Dabei kippe ich Kaffeepulver in ein großes Twistoff-Glas (ein altes Gurkenglas tut es genau so gut wie ein trendiges Einmachglas), kaltes Wasser aus der Leitung dazu, gut durchschütteln und über Nacht in den Kühlschrank. Das Internet schlägt vor, das bei Raumtemperatur zu machen und auch über den Mahlgrad des Kaffees lassen sich unterschiedlichste Angaben finden. Ich habe ein ganz normales Kaffeepulver (so einen vakuumverpackter Ziegelstein) verarbeitet, das aufgebrüht „naja nicht so dolle“ sein sollte. Als Eiskaffee oder mit kalter Milch süße ich das Getränk, daher war es mir einen Versuch wert, ob ich auf dem kalten Wege einen besseren Geschmack hinbekomme.

Ohnehin in Experimentierlaune habe ich dann zwei Ansätze erstellt, einen mit Zimtstangen und den anderen mit Kardmomsamen versetzt. Ergebnis: Zimt duftet ganz zart, schmeckt aber so gut wie gar nicht und der Kardamomkaffee macht seinem Namen alle Ehre. Jetzt fehlt nur noch eine Kugel Vanilleeis und fertig ist das Sommergetränk.

Übrigens ist der kalte Kaffee, den man so erhält ein Konzentrat. Unverdünnt zu trinken würde ich nur hartgesottenen Kaffeeisten empfehlen. Er wird entweder bis zum gewünschten Geschmack (ich nehme etwa 1:1) mit Wasser und Eiswürfeln oder – mein Favorit – mit Milch von Kuh oder Pflanze (Mandelmilch ist superlecker dazu) und etwas Agavendicksaft aufgefüllt.

Achja, noch einen Tipp zum Schluss für alle, die gerne Wasser mit Geschmack mögen: Kaltauszug funktioniert auch prima mit Tees. Ich nutze das immer gerne, um Teebeutel loszuwerden, von Tees, die ich nicht so mag oder die schon etwas länger in meinen Schränken rumdümpeln. 5 Beutel auf einen Krug (1l) mit kaltem Wasser aufgießen und ein paar Stunden stehen lassen. Erfrischend, kalorienfrei und angenehm aromatisch. Wer sich jetzt fragt, warum ich den nicht heiß aufbrühe und dann auskühlen lasse … einfach mal ausprobieren und den Vergleich starten, bei Pfefferminz und Grüntee merkt man den Unterschied ganz gut.

In diesem Sinne … sehr zum Wohle.

IMG_20160630_111254

Autor: Frau hUhn

Ein Pilger bin ich. Chaos begleitet meine Wanderung.

Sagt mir, was Ihr denkt

%d Bloggern gefällt das: