Casa Udel

Welcome to the Huhniverse

Juckpulver und Marmelade

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Hagebutten… rote Pracht des Spätsommers. Sie erinnern mich unweigerlich an meine Grundschulzeit, als wir uns ihre Kerne als Juckpulver in die Klamotten gesteckt haben.  An Hagebuttentee im Schullandheim, eine lauwarme rötliche Brühe die mit dem penetranten Geruch von billigem Pfefferminztee beim Frühstück gewetteifert hat. Vor vielen Jahren habe ich mal einen absolut göttlichen Hagebuttenwein gemacht, dessen letzte Flasche – nach drei Jahren – schmeckte wie ein guter alter Sherry. Den Gepflogenheiten auf dem Land und meinem Plan, einen ordentlichen Vorratskeller aufzubauen, habe ich nun Marmelade gekocht. Die ersten Früchte der – ich glaube – Parkrose (das sind die, die überall an Straßenrändern wachsen) habe ich schon vor Wochen geerntet. Die sind fleischig und sehen aus wie kleine Medizinbälle, oben und unten etwas abgeflacht. Daraus wurde (und wird immer noch) bei Muttern Marmelade gekocht. Die Blütenansätze lassen sich einfach herausdrehen und das Mus duftete herrlich fruchtig. Allerdings war ich beim Sammeln etwas sparsam und füllte daher mit Orangensaft auf einen Liter auf. Das Ergebnis ist köstlich – aber nicht das, was ich wollte. Also bin ich erneut mit Hund und einem Körbchen losgezogen, um einen weiteren Versuch zu starten.

Ich wusste, wo ich suchen musste und hatte in einer halben Stunde reiche Ernte, dabei muss es sich wohl um zwei verschiedene Rosensorten handeln, da die einen Früchte kugelrund und feuerrot waren und die anderen die typische spitz zulaufende Form hatten und eher orange gefärbt waren.

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Hagebuttenernte

Einen Moment lang habe ich überlegt, ob ich die Kerne tatsächlich alle von Hand rauskratze, mich dann aber für die bequemere Methode des Passierens entschieden. Stiele und Blütenansätze abschneiden und mit Wasser bedeckt kochen lassen, bis die Früchte weich sind. Anschließend … ja, was denn nun… Als stolzer Neubesitzer einer Flotten Lotte, wollte ich clever sein und es damit machen. Immerhin ist sie ja für solche Zwecke gemacht. Aber das war mühselig und eine totale Sauerei. Also habe ich gar nicht lange experimentiert sondern es auf die altbewährte Methode gemacht, die ich von Mutti gelernt habe: Sieb in Schüssel, Mus in Sieb und mit dem Löffel rühren.

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Übrig bleibt eine steife und sehr klebrige Plempe aus Kernchen, Schalen und noch reichlich Fruchtpulpe. Das erschien mir zu schade, zu entsorgen, also habe ich es mit etwas heißem Wasser verdünnt und ein weiteres Mal durch das Sieb gestrichen. Endergebnis war ein guter Liter Hagebuttenmark, das jetzt schon fruchtig und leicht süß schmeckte. Und auch so steif war, dass ich es auf ein Brot hätte streichen können. Daher habe ich zum Verdünnen ein Glas Apfelsaft und – für etwas mehr Säure – den Saft einer frisch gepressten Zitrone. Weil es zu einer traditionellen Marmelade passt, habe ich mich dann für das Einkochen mit herkömmlichem Gelierzucker (1:1) entschieden.

Das Ergebnis hat eine perfekt strichfähige Konsistenz, eine tolle Farbe und schmeckt zum Reinlegen. Nennt mich Prepper oder Auntie Huhn, egal.. ich stehe total darauf, aus Wildfrüchten Marmelade zu machen. Auf mich warten noch Schlehen und schon fertiges Quittenmus für die nächsten Projekte… Der Winter kann kommen.

Oh, beinahe vergessen… ich habe nämlich die durchpassierten Reste nämlich nicht einfach weggeworfen. Nein, die habe ich getrocknet und mache daraus nun fast täglich eine Kanne Tee – der alles andere als langweilig und dünn schmeckt. Egal ob heiß oder kalt. Die Kinder mögen ihn gerne mit etwas Apfelsaft gemischt als Tea and Fruit.

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Autor: Frau hUhn

Ein Pilger bin ich. Chaos begleitet meine Wanderung.

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