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Mein Bestes Jahr 2017

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Als ich mich vor einigen Wochen für die Blog-Parade zum Work & Life Book 2017  von Nicole Frenken und Susanne Pillokat-Tangen angemeldet habe, war ich voller Enthusiasmus und hielt es eigentlich für unwahrscheinlich, dass ich dabei sein würde. Doch zu meiner großen Freude kam schon bald die Zusage und nur wenige Tage später war das Buch im Briefkasten. Ausgepackt, reingeschaut und vom Aufbau total begeistert. Kürzlich hatte ich erst begonnen mich mit dem Thema Bullet Journal zu befassen und natürlich selber eins angefangen. Das Design in Buntstift-Optik und der viele Platz, um wirklich darin zu arbeiten … einfach klasse. Bis ich angefangen habe, wirklich damit zu arbeiten, dauerte etwas, aber dann… passierte etwas mit mir – und ich bin noch nicht fertig damit. 

Im September habe ich meine Hausbesuchspraxis als Heilpraktiker gestartet. Plan war, gut die Hälfte meiner Geschäfte über meine Webseite abzuwickeln. Ich habe ein Konzept erarbeitet, für Frauen, die einen unregelmäßigen Lebensstil pflegen, viel unterwegs, Überseeflüge mit Jetlag, außer Haus essen etc. Ihnen wollte ich mit einem ganzheitlichen Programm helfen, fit zu bleiben, gesunder zu essen, entspannter im Leben zu stehen und eventuell vorhandene Probleme (Zyklus- und Schlafstörungen) in den Griff zu bekommen. Ich liebe diese Idee, ich bin überzeugt davon, dass diese Frauen (ich war selber zehn Jahre im Vertriebsaußendienst) mit kleinen Änderungen im Alltag eine enorme Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen können. Doch als die Homepage (fast) fertig war, kam ich nicht weiter. Ich war völlig blockiert. Nicht mal die „anderen“ Pläne konnte ich voran treiben, um vor Ort mein Business aufzubauen. Und in dieser Situation öffnete ich am Wochenende „Mein bestes Jahr 2017“.

Für die Planung eines exzellenten Jahres ist es sinnvoll, sich zunächst damit zu befassen, was in der Vergangenheit (gut) gelaufen ist und was schlecht. Sich bewusst machen, wo die Stärken liegen – ob und wie ich sie eingesetzt habe – und welche Schwächen vielleicht noch im Wege stehen. Folgerichtig beginnt das Work&Life-Book mit einem Rückblick auf 2016, Sternstunden heißt es hier sehr schön. (Die Autorinnen haben u.a. diese Übung zur Verfügung gestellt und sie kann am Textende runterladen werden). Also Bleistift gespitzt und los sollte es gehen: Welche deiner Stärken und Talente hast du 2016 einsetzen können? Wann hast du dich so richtig lebendig gefühlt? Welche deiner Träume hast du dir erfüllt? … und ich habe dort gesessen und nichts, wirklich gar NICHTS floss durch meine Hand auf das Papier. Mein Hirn rechnete mir immer wieder vor: Bis April krank mit Depressionen, bis August arbeitslos, seit September selbständig aber noch nichts wirklich geschafft. Wie soll ich da was geleistet haben? Ich habe doch nichts gemacht? Stärken? Pah! Im Strudel des Minderwerts ließ ich mich immer weiter runter ziehen.

Dann berichtete ich einem sehr weisen Menschen von meiner Verzweiflung, dass ich doch einen Artikel darüber schreiben will und dass ich das Buch ja gut finde, aber aus der Position schwer dem gerecht werden kann, nicht weiß, wie ich das – authentisch – hinbekommen soll… diese Frau durchbrach mein Denkmuster mit einer einzigen Frage: „Muss es bei den Sternstunden denn unbedingt um berufliche Dinge gehen? Es heißt doch LIFE &  work!“ Und auch wenn ich noch einen kleinen Anschubser benötigte, um zu erkennen, dass ich bei anderen als Leistung anerkennen würde, was ich bei mir als Selbstverständlichkeit abtat, ging ein straffer Knoten in meiner Brust auf. Mein Rückblick auf 2016 fällt immer noch sehr selbstkritisch aus und beinhaltet daher ein großes Lernfeld für das kommende Jahr: an meinen eigenen Ansprüchen arbeiten und sie vielleicht etwas denen anpassen, die ich an die Menschen um mich herum stelle.

Klar, unsere Arbeit ist ein enormer Teil unseres Lebens, die meisten sind mindestens ein Drittel ihres (Werk-)Tages damit beschäftigt. Um so wichtiger ist es, dass diese Arbeit uns – außer der Sicherung unseres Lebensunterhaltes – etwas zurück gibt. Doch das ist ein anderes Thema. Ich glaube, Ihr wisst alle, was ich meine. Aber… es ist NUR ein Drittel. Wir erbringen auch in den restlichen Stunden Leistungen. Bei jedem anderen würde ich zugeben, dass es durchaus ein Erfolg ist, sich aus der Klammer einer Depression zu befreien – selbst mit Unterstützung von außen; dass Veränderungen im Leben, die zwar wundervoll und herzüberquellend sind, wie eine neue Beziehung – nicht nur zu einem Menschen, sondern gleich als Teil einer ganzen Familie – eine Neuorientierung benötigen, die  mit Arbeit an sich und der eigenen Lebensweise verbunden sein kann; dass überhaupt Seelenarbeit, die Beschäftigung mit Glaubenssätzen, persönliche Entwicklung Schwerstarbeit sind – und damit auch ein Erfolg, eine Leistung.

Obwohl Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit … vermeintlich hoch gehandelt werden, werden Erfolge, die wir in diesen Bereicht erzielen oft nur gewürdigt wenn sie im Rahmen des Berufes erfolgen (wenn überhaupt). Mein Bestes Jahr 2017 hat mir also für den Rückblick schon Erkenntnis und Aufgaben gebracht. Für die Zukunft finde ich viele großartige Tools darin, mit deren Hilfe ich dieses Wissen in konkrete Ziele umsetzen kann. Beruflich habe ich natürlich auch Pläne – denn das, was ich bei der Bearbeitung des Life&Work Books erlebt habe, hat natürlich auch Auswirkungen auf meine Arbeit und mir nochmals ein wenig frischen Wind durch’s Hirn geblasen. Trotzdem lege ich den Fokus bei den Übungen auf meine persönliche Entwicklung: schreibe das nächste Kapitel meines Lebens, erlaube mir Auszeiten, suche mir mein Küchenkabinett zusammen und träume.

Eine Übung für Euch, die Ihr am Texteende findet spiegelt das besonders schön wieder: Es geht um Wachstum. Zu wachsen erfordert immer ein wenig Abenteuerlust und die Bereitschaft, sich mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen, vielleicht sogar ein wenig Schmerz in Kauf zu nehmen. Beim Wachsen entsteht etwas Neues, es ist Veränderung. Erst, wenn wir einen Schritt getan haben, haben wir neuen Blickwinkel. Ja, sogar, wenn wir wieder einen Schritt zurück gehen müssen, wir sind größer geworden, sehen besser, können neu entscheiden. Das nimmt uns niemand.

Mein Resümee für das Life&Work-Book Mein Bestes Jahr 2017? Einfach toll! Mein Jahr 2016 stand – und steht noch – unter dem Motto, meinen Weg zu finden. Meinen Weg aus der Dunkelheit. Meinen Weg aus der Antriebslosigkeit. Meinen Weg zu einer Arbeit, die ich mit Freuden noch 30 Jahre machen möchte. Meinen Weg in eine erwachsene Beziehung, bei der ich meinem Partner auf Augenhöhe begegne. Meinen Weg weg von einem Gefühl der Wertlosigkeit hin zu dem Bewusstsein, dass ich gesehen und geliebt werde, so wie ich bin. Meinen Weg, meine Fähigkeiten zugunsten anderer UND mir selbst einzusetzen. Obwohl ich so schon tief in der Selbstreflexion war, hat das Buch mir noch viel gegeben: neue Übungen, Anreize, Ideen, bis zur Hilfe bei der Umsetzung. Also egal, ob Du nun im Veränderungsprozess steckst, ob du grade erst anfängst, ob es um deinen Job oder um dein Leben geht oder ob du eigentlich denkst, dass alles gut ist, du nichts ändern brauchst… Mein Bestes Jahr 2017 wirkt ein bisschen wie Baymax (kennst Du nicht? Dann unbedingt ansehen), der mich in die für mich wichtige und richtige Richtung stubst, liebevoll und wohlmeinend.

Ein herzliches Dankeschön an Susanne Pillokat und Nicole Frenken, dass ich an dieser Blog-Parade teilnehmen durfte. Es war mir ein Fest – selbst wenn ich erst Glas kauen musste, bevor ich daraus Champagner schlürfen durfte. Mehr rund um das Life&Work-Book, die Macherinnen und ihre Hintergründe gibt es natürlich unter www.meinbestesjahr – und das wichtigste: Hier könnt ihr das Buch natürlich auch bestellen.

Wie versprochen nun zwei Übungen aus dem Buch als gratis Download:

Sternstunden2016 und Wachstum

Autor: Frau hUhn

Ein Pilger bin ich. Chaos begleitet meine Wanderung.

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