Casa Udel

Welcome to the Huhniverse

Morpheus, du Blödmann!

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Ich will hier nicht über Mythologie schreiben. Auch wenn ich sie grade mal bei der allwissenden Tante Google aufgefrischt habe. Auch wenn Hypnos als Gott des Schlafes gilt, ist es doch Morpheus, in dessen Arme ich sinke, wenn ich mein Haupt auf die Kissen bette. Vielleicht, weil ich als Hypnotiseur mit Hypnos etwas anderes assoziiere, vielleicht aber auch, weil ich die Vorstellung von Morpheus aus der Matrix mag? Jedenfalls geht es jetzt ums Schlafen…

Vorneweg: Ich finde schlafen total doof. Überflüssig. Lästig. Völlig verschwendete Zeit.

Das sehen die vielen Menschen – und ich kenne reichlich davon – die nächtelang wach liegen sicherlich anders. Auch ich habe schon Stunden im Bett gelegen, mich von rechts nach links und wieder zurück gewälzt, immer den Gedanken, dass der Wecker in x Stunden klingelt. Und genau das meine ich. Wäre es nicht viel schöner, wenn wir das nicht tun bräuchten? Wenn wir einfach aufstehen und etwas – mehr oder minder – sinnvolles tun können und dennoch morgens frisch und ausgeruht unser Tagwerk begehen könnten? Es ist Zeit, die verloren geht, wenn wir nächtens unsere Körper regenerieren und unsere Seele Abenteuer erleben lassen. Natürlich weiß ich, dass Schlaf – und zwar ausreichend in Qualität und Quantität – wichtig und notwendig ist. Aber es ist so … LÄSTIG.

Ich bin bekennender Frühaufsteher und Morgenmensch. Ich liebe die Tageszeit, wenn die Welt erwacht. Es ist, als würde sie tief einatmen. In der hellen Jahreszeit ist natürlich ganz besonders schön. Dann empfinde ich eine so innige Verbundenheit mit dem, was um mich herum wächst, lebt, stirbt, ist, so als wären wir tatsächlich ein einziger Organismus. Doch auch in der dunklen Zeit, wenn die Stille bis in meine Seele dringt und Ruhe sich ausbreitet in mir als wäre sie eine Art Instrument.

Menschen sind tagaktive Tiere. Unsere Sinnesorgane, unser Stoffwechsel, alles ist darauf ausgelegt, dass wir Licht benötigen, den Tag. Daher finde ich es auch sinnvoll, dass unsere Welt, unsere Gesellschaft darauf ausgerichtet ist. Die Nachteulen, die Langschläfer und Dunkelmenschen ihnen gehört trotzdem mein Mitgefühl. Wenn es für sie genau so schwierig ist, früh aufzustehen wie es für mich ist, in den späten Abend oder die Nacht hinein zu arbeiten (oder zu feiern), dann leiden sie.

Die Nacht mag ich auch. Manchmal mehr, manchmal weniger. Denn sie mag mich nicht immer. Sie hat mir schon oft Gedanken gebracht, die mich ähnlich dunkel machen, wie sie selbst ist, schwermütig, traurig, verzweifelt gar. Doch die Weite des Sternenhimmels über mir zu spüren oder hören, wie der Herzschlag der Welt immer leiser wird, ist so wundervoll. Und es gibt Gespräche, die können nur in der Nacht geführt werden. Gefühle, die die Dunkelheit brauchen, um sich hervor zu trauen. Viele dieser Nachtaktiven sind schaffende Künstler – egal ob mit Worten, Bildern, Materialien – und es gehört wohl zum „guten Ton“, nur in der Nacht kreativ sein zu können. Das finde ich nicht ok. Trotzdem gilt in dieser Szene ein freiwilliger Frühaufsteher bestenfalls als suspekt, oft genug aber auch jemand, der besser Beamte sein sollte und schon mal gar nicht kreativ sein kann. Dabei bin ich mir sicher, wenn ich ein wenig suchen würde, fände ich (außer Haruki Murakami, da ich grade sein Buch über’s Laufen lese und er darüber schreibt) sicherlich ein paar große Künstler, die ihre Schaffensphase morgens haben.

Ich bin Morgenmensch. Also werde ich abends müde. Die Augen fallen mir zu. Der Geist schleppt sich wie beim Hürdenlauf von einem Gedanken zum nächsten. Und mein Abend beginnt erfahrungsgemäß zu einer anderen Zeit als der von vielen anderen Menschen. Ich finde – und fand das auch schon vor 15, vor 20 Jahren – dass 22 Uhr eine wirklich passabel Zeit ist, ins Bett zu gehen. Und als ich alleine war, war es auch mal 21 oder im Winter gar 20 Uhr. Warum mit aller Macht wach bleiben, wenn da ohnehin niemand ist?

DAS NERVT!

Was? Wie Bitte? Fakt ist, dass ich viel lieber länger aufbleiben möchte und trotzdem früh aufstehen. Ich habe lange den Luxus gelebt, aufstehen zu können, wenn ich wach werde, daher weiß ich, dass ich – vorausgesetzt ungestört – ziemlich genau acht Stunden schlafe. Sofern ich bis Mitternacht ins Bett gehe. Wenn es später wird, wache ich automatisch zu meiner üblichen Zeit (6 Uhr) auf. Selbst wenn es nur zwei Stunden Schlaf waren.

Die Behauptung, im Alter bräuche man weniger Schlaf ist ein Irrtum – ich hatte so darauf gehofft. Tatsächlich können wir einfach es nicht mehr so lang an einem Stück, der Bedarf über 24 h bleibt der gleiche wie als junger Erwachsener. Aber mit Mittagsschläfchen kann ich mich so gar nicht anfreunden. Wie macht ihr das? Wieviel Schlaf braucht ihr? Gehört ihr zu den Menschen, die gerne schlafen? Oder die an freien Tagen krampfhaft „ausschlafen“ wollen, auch wenn sie schon früh wach – und fit – sind? Glaub ihr, man kann trainieren, mit weniger Schlaf auszukommen? Und wie macht ihr das, wenn ihr anders seid als eure Partner oder Familie – wenn die einen früh und die anderen abends fit sind?

Schlaf ist doof – aber ein spannendes Thema … ich bin neugierig, was ihr dazu erzählt.

Autor: Frau hUhn

Ein Pilger bin ich. Chaos begleitet meine Wanderung.

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