Casa Udel

Welcome to the Huhniverse

Viel zu lange …

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… war es still hier. Heute sitze ich hier und will etwas aufschreiben, das mich sehr aufgewühlt und beschäftigt hat. Aber ich finde nicht die richtigen Worte. Nicht die, die der Situation und dem Menschen angemessen wären. Und dabei ist mir aufgefallen, dass ich schon so lange nichts mehr mit Euch geteilt habe. Dabei gibt es seit fünf Monaten so viel Schönes in meinem Leben. Ich sollte viel öfter auch die guten, glücklichen Dinge mit Euch teilen. Im vergangenen Jahr habe ich für mich ein paar sehr wichtige Dinge erfahren. Es war mir ein tiefes Bedürfnis, öffentlich zu bekennen, dass ich gegen Dämonen gekämpft habe, dass ich lange gebraucht habe, um mir bewusst zu werden, dass ich Hilfe benötige  und auch einige meiner Schritte mit Euch zu teilen.  Ich habe auch immer mal von den Zeiten, den Situationen erzählt, in denen ich mich alleingelassen, einsam fühlte.

Schon als Teenager habe ich mich mit Poesie beschäftigt und auch wenn sich meine Gedichte in den seltensten Fällen gereimt haben, würde ich sie als Lyrik bezeichnen, meine Art Tagebuch zu schreiben. Und das quoll aus mir heraus, wenn ich schwermütig war, melancholisch, brütend. Ging es mir gut, war ich wirklich glücklich, fand ich selten Worte. Dann lebte ich, fühlte, lachte, war aktiv.

Das ist natürlich. Doch auch sehr schade. Ich empfinde es als Auszeichnung und Luxus, Menschen um mich zu haben, die die dunklen Stunden mit mir teilen – und sei es auch nur, indem sie mir zuhören, hier, in den sozialen Medien und im „echten“ Leben. Daher ist es doch nur richtig, auch die hellen Erlebnisse zu teilen. Hoffe ich wenigstens. Oder ist es so, dass die meisten Menschen lieber von den Nöten der anderen hören? Wissen wollen, dass auch andere leiden, traurig sind, unsicher, sich unzulänglich fühlen oder alleine? Ich hatte mal eine Bekannte, die rief mich nur an, um zu erzählen, wie schlecht es ihr ging und um zu hören, dass bei mir auch grade alles Mist ist. Irgendwann fing ich an, davon zu berichten, wie gut es mir gehe, wie glücklich ich sei… sie hat dann bald schon nicht mehr angerufen. Ist das wirklich so? Sind wir neidisch auf diejenigen, die strahlen?

Oder ist es vielmehr so, dass wir hören müssen, dass es anderen Menschen noch schlechter geht? Oder wenigstens ebenfalls nicht gut? Gibt uns das ein Gefühl von Sicherheit? Oder fühlen wir uns womöglich dann nicht mehr so allein mit unseren Sorgen und Nöten? Ich weiß es nicht… Ich freue mich immer, wenn ich höre, dass jemand glücklich ist, dass das Leben gut läuft, vielleicht sogar auch einfach nur besser als zuvor.

Und darauf baue ich jetzt: dass es hier Leser gibt, die sich mit mir freuen. Und dass ein winziges Bisschen von meinem Glück zurückstrahlt und vielleicht sogar jemandem für einen Moment das Herz berührt und Hoffnung schenkt, dem es grade selber nicht so gut geht. Jeden Tag geht irgendwo die Sonne auf – auch wenn wir sie vielleicht nicht immer sehen. Das habe ich mir eine lange Weile nicht vorstellen können. Aber dann hat sich das Licht ganz leise und heimlich in mein Leben geschlichen. In Form eines wundervollen Mannes, der mir jeden Tag auf’s Neue zeigt, dass ich – mit meinen Unzulänglichkeiten, Beschädigungen, Unannehmlichkeiten … – liebenswert bin. Der mir Kraft gibt, wenn ich keine habe, der sie von mir annimmt, wenn er sie braucht.

Vor ein paar Jahren wünschte mir eine tolle Frau mal einen Mann, der mich „ganz“ liebt. Nicht nur bestimmte Seiten von mir, nicht nur die Netten, Guten, ihm passenden, sondern so, wie ich bin. Mit Fehlern, Schwierigkeiten. Diesen Menschen habe ich gefunden. Oder er mich. Wir uns…

Ich habe mal darüber berichtet, dass ich den größten Teil meines Lebens Teil eines Wir war und dass das nicht notwendigerweise heißen muss, nur noch eine Hälfte zu sein. Heute bin ich ein sehr glückliches Huhn, da ich einen Hahn habe, mit dem ich mein Leben teile, ohne dass wir einander beschränken. Wir leben nicht nebeneinander sondern miteinander als zwei ganze Persönlichkeiten und das ist WUNDERvoll.

Ich will jetzt hier gar kein Loblied auf diesen Mann singen. Das brauche ich nicht. Wir haben beide schon einen Teil des Lebensweges zurück gelegt und Erfahrungen gesammelt. Und auch wenn ich noch im vorigen Jahr dachte, dass ich dafür nicht mehr bereit bin, so war es, als sei ein Puzzelteil an den genau richtigen Platz gerutscht. Und das macht mich unendlich glücklich. Das Leben ist immer noch kein Ponyhof, es sind Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Kämpfe auszufechten. Doch das ändert nichts an meinem  Glück, am guten Gefühl, am dem inneren Lachen, jeden Tag, wenn ich nicht alleine aufwache sondern neben dem Menschen, den ich liebe.

Das Großartigste daran ist… ich weiß, dass wir beide so empfinden. Gemeinsam. Miteinander. Ich habe gelernt, alleine zu sein. Tatsächlich benötige ich zwischendurch sogar Zeiten, in denen ich für mich bin. Für diese Lektion bin ich dankbar. Der Unterschied heute ist, ich bin alleine … aber nicht einsam. Und das ist so ein FUCKING GUTES GEFÜHL.

Danke, liebes Universum… und danke auch an meine Freunde, Herzmenschen, Twitterzuhörer, Blogleser, Malgetroffenhaber, Exbekannte, Irgendwannmalkollegen … ohne Euch wäre ich nicht Huhn, ohne Euch wäre ich nicht ich.

Liebe … und so!

HappyHuhn

 

Autor: Frau hUhn

Ein Pilger bin ich. Chaos begleitet meine Wanderung.

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